Grundfahrausbildung: IG Motorrad Schweiz berät ASTRA

IG Motorrad - Grundfahrausbildung: IG Motorrad Schweiz berät ASTRA

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) überprüft die obligatorische Motorrad-Grundfahrausbildung. Hintergrund sind die deutlich gestiegenen Unfallzahlen bei 16- und 17-jährigen Neulenkenden, die seit 2021 Motorräder der Kategorie A1 (125 cm³) fahren dürfen. Eine Arbeitsgruppe des ASTRA hat verschiedene Vorschläge zur Anpassung der praktischen Grundschulung erarbeitet. Die IG Motorrad Schweiz erhielt Gelegenheit, diese im Rahmen eines «Sounding Boards» zu prüfen und mit dem ASTRA zu diskutieren.

Geprüft wird nicht nur eine Optimierung der bestehenden praktischen Grundschulung (PGS). Das ASTRA untersucht auch, ob künftig eine theoretische Sensibilisierung («Moto-VKU») sowie eine praktische Schulung bereits vor dem Lernfahrausweis eingeführt werden sollen. Ziel ist es, angehende Motorradfahrende frühzeitig auf Fahrzeugbeherrschung, Gefahrenwahrnehmung, Unfallrisiken und defensives Fahrverhalten vorzubereiten.

Damit verzichtet die Arbeitsgruppe vorerst darauf, eine Rückkehr zum Mindestalter von 18 Jahren für das Fahren von 125er-Motorrädern vorzuschlagen. Stattdessen soll die Ausbildung gezielt verbessert werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

IG Motorrad Schweiz fordert Nachbesserungen

Die IG Motorrad Schweiz begrüsst die Stossrichtung des ASTRA. Viele der vorgeschlagenen Massnahmen entsprechen den Empfehlungen, welche die IGM bereits vor einem Jahr im Rahmen eines ASTRA-Workshops eingebracht hatte.

«Wir freuen uns, dass die Arbeitsgruppe des ASTRA fast alle unsere Vorschläge übernommen hat», sagt Torben Stephan, Regionalbotschafter Zentralschweiz, der die IG Motorrad Schweiz sowohl im Workshop als auch im Sounding Board vertreten hat.

Weiterhin Handlungsbedarf sieht die IG Motorrad Schweiz jedoch bei der Führerprüfung. Anders als die Arbeitsgruppe hält sie eine obligatorische praktische Führerprüfung für notwendig. Diese Forderung wurde im Sounding Board auch vom Fahrlehrerverband L-drive Schweiz, dem Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer-Verband (SAM), motosuisse sowie 2rad Schweiz unterstützt. Hintergrund ist, dass viele Jugendliche nach der Grundschulung keine Führerprüfung mehr absolvieren und lediglich mit dem Lernfahrausweis unterwegs sind.

Zudem fordert die IG Motorrad Schweiz eine konsequentere Qualitätskontrolle der Fahrschulen und eine regelmässige Weiterbildung der Fahrlehrpersonen. Die Qualität der Ausbildung unterscheide sich heute je nach Fahrschule und Kanton teilweise erheblich.

Wie geht es weiter?

Die Rückmeldungen aus dem Sounding Board werden nun vom ASTRA ausgewertet und fliessen in die weiteren Arbeiten ein. Allfällige Änderungen der entsprechenden Verordnungen (VZV und VPGS) sollen im Verlauf des Jahres 2027 in die Vernehmlassung gehen. Definitive Entscheide sind laut ASTRA noch nicht gefallen. Die IG Motorrad Schweiz wird den Prozess weiterhin begleiten und ihre Anliegen einbringen.


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