11. September 2010 |
2. Oktober 2010 |
17. - 20. Februar 2011 |
17. April 2011 |
IGM-Präsident Theodor Klossner und Mediensprecher Jörg Naumann haben mit Stefan Studer, Vorsteher des Tiefbauamts, und zwei Vertretern des Kantons Bern die Situation rund um Kirchlindach, Ortschwaben und Uettligen diskutiert. In dieser Region sind in letzter Zeit diverse Überlandstrassen aus nicht ersichtlichen Gründen von Tempo 80 auf 60 reduziert worden. Die IG Motorrad hatte das Problem schon an der SwissMoto ’09 thematisiert und ist damit nicht einverstanden, weil sie darin Präzedenzfälle sieht, die später überall in der Schweiz Schule machen dürften. Sie hatte ihre Einwände deshalb der Direktorin der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, Regierungspräsidentin B. Egger-Jentzer, vorgetragen. Die beidseitigen Sichten sollten nun diskutiert werden.
Stefan Studer und seine Kollegen betonten die Bedeutung „einer möglichst hohen Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Kanton Bern“. Mit exakt diesen Worten hatte schon die Regierungspräsidentin die Massnahmen in einem Brief – pauschal – begründet. Sie legten zudem grossen Wert darauf, dass der Prozess, den Anträge auf Temporeduktion im Kanton durchlaufen müssen, Punkt für Punkt vorgeschrieben und auch in jedem Fall eingehalten worden sei. In der hier betrachteten Region waren die Schulwegrisiken ausschlaggebend, dass die einjährigen Versuche mit Temporeduktion gestartet wurden. Bevor die Versuche Oktober 2009 zu Ende gehen, werde mit einer Wirksamkeitsanalyse geprüft, ob die Ziele erreicht werden konnten. Egal, wie die Antwort auch ausfallen wird, ein Weg zurück zu Tempo 80 dürfte nicht in Frage kommen. Das Problem liegt ohnehin tiefer. Die gewünschte „grösstmögliche Sicherheit“ kann nämlich nur mit einem abgetrennten Fussgänger- und Veloweg erreicht werden. Doch der wird von Behörden und Politikern in der Regel aus Kostengründen abgelehnt.
Eine Zwickmühle also. Für die IG Motorrad ist es jedenfalls nicht akzeptabel, dass Zweiradfahrer durch bauliche Schikanen (Schwellen, Schilder, Verbauungen etc.) auf Überlandstrassen zusätzlich gefährdet und dass mit solchen – für den auswärtigen Verkehrsteilnehmer nicht einsichtigen – Tempomassnahmen klassische Bussenfallen aufgestellt werden, die dann mit grosser Wahrscheinlichkeit auch auf ihre Ertragskraft geprüft werden.
Theodor Klossner hat den Vertretern des Kantons deshalb mitgeteilt, dass die IGM das Anliegen samt ihren Bedenken dem Astra mitteilen werde, weil es nicht angehe, dass jeder Kanton sein eigenes „privates“ Verkehrs- und Temporegime fahre. Wer auf dem Land wohnt, muss auch die negativen Konsequenzen tragen und bereit sein, für die Sicherheit seiner Kinder etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Die Kosten auf Dritte abzuwälzen, ist keine Lösung.
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