11. September 2010 |
2. Oktober 2010 |
17. - 20. Februar 2011 |
17. April 2011 |
Kantone bremsen in Eigenregie | |
Mit ihren Hinweisen auf zu erwartende Temporeduktionen 100/70/30 km/h hat die IG Motorrad bei den Behörden diverse Reaktionen ausgelöst: Bundesrat Moritz Leuenberger wie auch die bfu-Direktorin Brigitte Buhmann und andere Vertreter sahen sich veranlasst, darauf hinzuweisen, dass es auf Bundesebene keine Strategie zur allgemeinen Temporeduktion gäbe! | |
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Doch aufgepasst: Kantons- und Gemeindestrassen sind (i.d.R.) keine Nationalstrassen. Für dortige Entscheide muss die eigene Stellungnahme nicht gelten. Immerhin dürfte man aus Bern mit Wohlwollen auf Kantone und Gemeinden blicken, die selber tätig werden und in einem vom Bund (via sicura) zumindest moralisch geförderten Wettlauf Tempo-30-Zonen errichten oder Ausserortsstrecken weiter absignalisieren. | |
Exakt in diese Richtung ist der Innerschweizer Kanton Luzern eingebogen. Bislang hat sich Luzern als motorradfreundlicher Kanton gezeigt, so hat er an der Autobahnausfahrt Sempach eine der ersten Unterfahrschutzanlagen der Schweiz installiert. Nun meint er sich mit unbotmässigen Temporeduktionen auf Kantonsstrassen profilieren zu müssen. | |
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Folgende Beispiele belegen, was hier exemplarisch angesprochen wird: | |
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Oft ist es der Druck von Gemeindebehörden und Anwohnern, der dafür sorgt, dass solche Tempobeschränkungen in aller Stille durchgesetzt werden. Mit dem Argument der Verkehrssicherheit lässt sich eine solche Massnahme natürlich vortrefflich begründen. Dabei wird weder die Erkenntnis, dass die Reduktion der Höchstgeschwindigkeiten in der Schweiz nicht zu einer massgeblichen Reduktion der Unfälle geführt hat (s. hier), noch die Tatsache, dass sich das Unfallgeschehen in der Schweiz von dem in Deutschland, wo ausserorts noch immer Tempo 100 und auf Autobahnen freie Fahrt gelten, kaum unterscheidet, zum Anlass genommen, den Entscheidungs- und Handlungsgrundsatz „langsamer = sicherer“ für einen grundsätzlich vertretbaren Geschwindigkeitsbereich einmal zu hinterfragen. | |
Lieber werden kostspielige Umfragen zum steigenden Aggressionsverhalten im Strassenverkehr in Auftrag gegeben. So unausweichlich wie die Schlussfolgerung, dass die Resultate der Umfrage zu einem weiteren Anziehen der Repressionsschraube führen werden, ist auch die Erkenntnis, dass sich die auf Repression und Entmündigung basierende Verkehrssicherheitspolitik der letzten Jahre in die Sackgasse manövriert hat. Via Sicura, das Logo dieser Philosophie, wird den Druck in der Sackgasse weiter erhöhen, aber sie wird nicht verhindern können, dass der Überdruck irgendwo ein Ventil oder Ausbruchloch findet . . . |
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